Das jüdische Leben in der Zwischenkriegszeit in der heutigen Ukraine

Text: Bozhena Kozakevych

Auch in diesem Jahr forschen Studierende der Europa-Universität Viadrina in der Ukraine. Nachdem sich Timm Beichelt und Mikhail Minakov mit den Studierenden im letzten Jahr mit Macht und Identität in der Ukraine auseinandergesetzt haben, wird die diesjährige Reise vom Lehrstuhl für „Entangled History of Ukraine“ organsiert.

Untersuchungsgegenstand der Exkursion ist die jüdische Geschichte Ostpolens und der Ukrainischen SSR zwischen 1917 und 1939 sowie das Zusammenleben mit anderen Nationalitäten. Das jüdische Leben auf dem Gebiet der heutigen Ukraine wird immer häufiger zum wissenschaftlichen Untersuchungsgegenstand. In der Ukraine beginnt aktuell der Prozess, die jüdische Geschichte als Teil ukrainischer Geschichte zu begreifen. Auf der Exkursion werden die Studierenden die Möglichkeit bekommen, wichtige Akteure in diesem Prozess zu treffen. Neben den großen Städten wie Lwiw, Winnyzja und Kyjiw werden die Teilnehmenden auch die Geschichte kleinerer Gemeinden kennenlernen: Showkwa, Berdytschiw und Samhorodok. Anhand dieser Städte lässt sich das jüdische Leben in der Zwischenkriegszeit besonders gut nachvollziehen. Während das Leben der jüdischen Gemeinden im ehemaligen Ostpolen relativ gut erforscht ist, gibt es im Wissen über die Gemeinden im sowjetischen Gebiet viele Lücken. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, dass die Teilnehmenden die Möglichkeit bekommen, sich einen Eindruck von beiden Gebieten zu verschaffen und den Einblick in die Vielfalt des jüdischen Lebens vor dem Zweiten Weltkrieg zu bekommen. Von besonderer Bedeutung ist hierbei der Ansatz, über das jüdische Leben vor der Vernichtung zu reden, da es unter anderem den Holocaust-Opfern ihre Stimme zurückgibt und das Ausmaß der Zerstörung deutlich macht.

Zusätzlich zu Seminaren mit ukrainischen Wissenschaftlern ist Austausch mit Lokalhistorikern sowie Vertretern der jüdischen Gemeinden geplant. Darüber hinaus werden die Teilnehmenden an konkreten Beispielen erfahren, wie mit wenigen Mitteln Ausstellungen konzipiert und Jugendlichen komplizierte geschichtliche Inhalte näher gebracht werden können.

Über die Erlebnisse und Eindrücke der Exkursion werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den nächsten Tagen auf diesem Blog berichten.

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